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Pfingstsymbole

Menschen gebrauchen Symbole, um etwas nicht Faßbares faßbarer zu machen. Dies gilt natürlich auch für Pfingstsymbole. Wenn die Bibel das Wort Heiliger Geist erwähnt bzw. vom Geist Gottes spricht, so gebraucht sie in ihrer Symbolik Bilder wie Atem, Hauch und Wind. Dies gilt nicht nur für das biblische Pfingstereignis, wo die Herabkunft des Geistes von einem Brausen begleitet wird. Im Schöpfungsbericht beispielsweise bläst Gott Adam den Lebensatem (hebräisch: ruach) ein. Ähnlich zu deuten ist es auch, wenn der auferstandene Christus seine Jünger anhaucht, um sie an seinem neuen Leben teilhaben zu lassen.

Ein Symbol für das Wirken des Heiligen Geistes sind Feuer und Flammen, häufig dargestellt in Form von Feuerzungen. Dieses Bild ist sehr naheliegend. Feuer entzündet, bringt zum Glühen, setzt große Energie frei. Auch im Sprachgebrauch kennt man Redewendungen wie "Feuer und Flamme sein" und "der Funke ist übergesprungen", wenn ein Mensch sich für jemanden begeistert oder von etwas begeistert ist. Von Feuerzungen ist auch in der biblischen Pfingsterzählung die Rede. Flammen und Feuerzungen findet man daher vor allem auf Gemälden abgebildet, die speziell Pfingsten zum Thema haben.

Ähnlich wie das Feuer gibt auch das Wasser dem Leben Impuls. Letzteres gilt sogar als das lebensspendende Element schlechthin. Als Sinnbild für den Heiligen Geist ist das Wasser aus dem Taufritus bekannt.

Ein weiteres Pfingstsymbol ist die Taube. Erste symbolische Darstellungen von Tauben findet man im Gebiet des heutigen Irak. Im alten Babylon war die Taube ein Symbol der Göttin Ischtar. Übernahm ein neuer König bei seiner Inthronisation die Taube als Königssymbol, so bedeutete dies für ihn die Auszeichnung als Gottessohn. Wenn die Evangelisten übereinstimmend die Herabkunft des Geistes bei der Taufe im Jordan in Form einer Taube bezeugen, so wollen sie damit auch auf die Gottessohnschaft Jesu hinweisen.

In der Antike und im Judentum stand die Taube für Sanftmut und Liebe. Der Grund hierfür lag in der irrigen Annahme, die Taube habe keine Gallenblase und sei daher frei von allem Bitteren und Bösen. Das Alte Testament erzählt davon, daß Noah eine Taube aussendet. Sie kehrt nach einiger Zeit mit einem Palmzweig im Schnabel zurück und verheißt dadurch Hoffnung auf trockenes Land nach der Sintflut. In den letzten Jahren wurde die Taube zum Sinnbild für Frieden und Versöhnung.

Die Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes kam in der bildenden Kunst erst im 6. Jahrhundert auf. Insbesondere findet man sie bei Darstellungen der Dreifaltigkeit. Ihre Hochzeit als Symboltier hatte sie vor allem im Barock. Da sie auch als Sinnbild für christliche Nächstenliebe galt, wurden seit dem späten Mittelalter zahlreiche Hospize und Hospitäler "Zum Heiligen Geist" genannt. Noch heute ist die Taube die häufigste Darstellungsform des Heiligen Geistes. Vielleicht wurde sie neben den oben erwähnten Gründen auch als Pfingstsymbol erwählt, weil sie konkreter zu fassen ist als die Elemente Feuer, Wasser und Wind und damit dem menschlichen Bedürfnis nach anschaulicher Darstellung besser gerecht wird. Der Versuch nach möglichst konkreter Darstellung gipfelte im Mittelalter darin, dass der Heilige Geist sogar in menschlicher Gestalt abgebildet wurde. Dies wurde jedoch von Seiten der Kirchenleitung untersagt.


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Stand: Wednesday, 30. May 2018